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21. November 2008 5 21 /11 /November /2008 16:15

Musikberieselung ist eigentlich als Produkt des Fortschrittes zu werten, da sich finanzschwache Entwicklungsländer diesen Luxus nicht einmal leisten können. Hierbei spielt eine wichtige Rolle, dass das Ohr als Sinnesorgan immer offen und schutzlos jedem Geräusch ausgeliefert ist.

 

Nie kann es mit Verlass auf Stille rechnen, die es oft so nötig bräuchte wie das müde Auge die Dunkelheit, es kann sich nicht einfach verschließen, wenn es eine Auszeit braucht. Musikberieselung ist Musik zum Weghören. Als Beispiel aus der Musikgeschichte kann man die Tafelmusik Haydns anführen, der ungefähr gleich viel Aufmerksam geschenkt wurde wie der heutigen Supermarktmusik oder der Hintergrundmusik bei diversen Computerspielen.

 

Auch diverse Computersoftware Programme für Online Casinos und Poker verwenden eine manchmal mehr und manchmal weniger dezente aber dauerhafte Musik, welche im Hintergrund läuft. Oftmals vergessen wir, dass in diesem Fall die Möglichkeit besteht, den Sound einfach leiser oder ganz aus zu schalten. Als man an den verschiedensten Orten begann, eine „Juke Box“ oder auch „Musikbox“, wie sie bei uns genannt wird, aufzustellen, kam bald ein schlauer Gastwirt auf die Idee, eine „Silence“ Taste einzubauen, was zur Folge hatte, dass sich so mancher nach Stille Sehnender seinen Wunsch etwas kosten ließ und nicht selten Münzen für eine halbe Stunde Stille einwarf.

 

 Hier sollte angeregt werden einmal bewusst über diese Art der Reizüberflutung des so sensiblen Sinnesorgans Ohr nachzudenken und diesem eine Pause zu gönnen – erleben Sie doch einmal Stille bewusst, und sei es nur für ein paar Minuten. Ihre Ohren werden es Ihnen auf jeden Fall danken.

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Published by Rainer
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Kommentare

Connie 02/02/2009 14:27

Genau um dieses Thema geht es auf meiner Seite "Einschaltverweigerung"

Wir sollten alle mehr an unser Ohr, unsere Seele, unsere Seelenruhe denken

Bashoe 01/04/2009 04:03

Wahre Worte. Dem gibt es nichts hinzuzufügen.

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  • : Lexikon der bösen Gedanken
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  • : In den letzten Jahren prasselten jede Menge Lexika auf uns ein. Manche mit ernstem Hintergrund (Gelderwerb der Autoren), andere sehr launig und nicht ganz ernst gemeint. Ausgerechnet das wichtigste Lexikon wurde uns bislang vorenthalten, nämlich jenes der bösen Gedanken, die wir nicht auszusprechen wagen. Dabei benötigten wir gerade ein solches Buch dringend, sehen wir uns doch täglich mit Situationen konfrontiert, die uns Contenance abverlangen, obwohl wir unseren Ärger nur zu gerne hinausschr
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