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6. März 2009 5 06 /03 /März /2009 18:29

Sie haben genug vom westlichen Alltagsstress und wollen Ihren Urlaub in einer Umgebung verbringen, wo ihnen nicht fette Amerikaner über die Füße latschen oder Sie von besoffenen deutschen oder skandinavischen Touristen vollgereihert werden?

 

Dann suchen Sie das ganz Besondere und Außergewöhnliche – Attribute, die auf Nordkorea zutreffen, wie auf kaum ein anderes Land dieser und etwaiger Parallelwelten! Da es nicht einfach ist ein Visum zu erhalten, und Amerikaner ohnehin nicht einreisen dürfen, bietet Nordkorea ein unvergleichliches Flair der Auserwähltheit für jeden, der es über die Grenze schafft. Sie werden von staatlichen Reiseführern empfangen, deren Fürsorge so weit geht, Ihnen keinen Schritt von der Seite zu weichen. Lästige Kontakte zur Bevölkerung müssen Sie kaum erdulden, da die jeweiligen Reiserouten penibel genau bestimmt werden.

 

Lassen Sie Ihre Seele baumeln und erfreuen Sie sich daran, komplett vom verwirrenden Informationsfluss westlicher Staaten abgeschnitten zu sein. Ob Ihr Handy eingeschaltet ist oder nicht spielt keine Rolle, da in Nordkorea kein Mobilfunknetz existiert. Sparen Sie dank der fast vollständigen Absenz des Internet kostbare Zeit, die Sie ansonsten mit dem Lesen von Mails oder Blogs verschwenden.

 

Architektonisch bietet das Land zahlreiche herrliche Statuen des sich selbst demokratisch ernannten Volksoberhaupts sowie Plattenbauten, die ehemalige DDR-Bürger nostalgisch stimmen werden.

 

Hauptnahrungsmittel sind Reis und im Bedarfsfall Tapetenkleister, der entweder direkt von den Wänden geleckt oder zu nahrhaften Suppen verkocht wird.

 

Mit etwas Glück können Sie einer der zahlreichen öffentlichen Exekutionen beiwohnen, die in etwa mit dem Oktoberfest – abzüglich Bier, Grillhenderl, Musik und Redefreiheit – zu vergleichen sind.

 

Lassen Sie sich vom tristen, stalinistischen Charme dieses vom Massentourismus noch unerschlossenen, gastfreundlichen Land anstecken!

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Published by Rainer - in Alltag
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  • : In den letzten Jahren prasselten jede Menge Lexika auf uns ein. Manche mit ernstem Hintergrund (Gelderwerb der Autoren), andere sehr launig und nicht ganz ernst gemeint. Ausgerechnet das wichtigste Lexikon wurde uns bislang vorenthalten, nämlich jenes der bösen Gedanken, die wir nicht auszusprechen wagen. Dabei benötigten wir gerade ein solches Buch dringend, sehen wir uns doch täglich mit Situationen konfrontiert, die uns Contenance abverlangen, obwohl wir unseren Ärger nur zu gerne hinausschr
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