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15. Oktober 2010 5 15 /10 /Oktober /2010 18:29

Die Hatz auf Hartz-IV-Bezieher wird immer unerträglicher! Jetzt fordert der Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag: "Weniger Hartz IV für Schul-Schwänzer!"

 

Erst vor kurzem wurde heftig darüber diskutiert, ob in den Hartz-IV-Regelsätzen auch weiterhin die Kosten für Alkohol und Tabak enthalten sein und gestrichen werden sollten. Dieser Angriff auf die Menschenwürde und das Recht aufs Saufen konnte gerade noch abgewehrt werden. Zum Glück - wie sonst sollten Kinder und Jugendliche die Schule überstehen, wenn nicht durch massiven Alkoholkonsum? Im Gegenteil sollte die Grundversorgung mit Bier, Wein und weichen Drogen (Cannabis, Katzenminze, Seerosen) gerade bei den Ärmsten der Armen gesichert werden.
Stattdessen wird wieder einmal auf dem Rücken der Kinder gespart. Die Doppelbelastung - Schule und "Deutschland sucht den Superstar" gucken - führt, wie viele Studien belegen, zu Stressreaktionen, die mittels Alkohol optimal gedämpft werden.

 

Dies kann auch Sabine F. (Name von der Red. geändert) auf C. bestätigen. Die junge Mutter zweier Hartz-IV-Hauptschüler weiß um die Notwendigkeit des Rückgriffs auf Alkohol: "Wenn meine beiden Jungs völlig erschöpft von fünf Stunden Schule nach Hause kommen und Unsinn anstellen, habe ich oft einfach keine Lust mehr, sie zu schlagen. Zum Glück reicht ihr Hartz-IV noch, damit sie sich ein paar Dosen Bier vom Waldi ums Eck kaufen können."
Sabrina T. (Name neuerlich geändert) befürchtet eine Schieflage des häuslichen Friedens, sollte das Geld nicht mehr für Alkohol reichen: "An Alleinerzieherinnen wie mich denken die da oben natürlich nicht! Was soll ich denn mit den beiden Rüpeln machen, wenn sie nicht mehr abgefüllt werden können? Statt mir zu danken, dass ich Deutschland vor dem Aussterben bewahre, will man mich jetzt auch noch bestrafen dafür. Wenn das so weitergeht, bin ich echt noch gezwungen, Lesen und Schreiben zu lernen, um selber Hartz IV beantragen zu können."

 

Grünen-Politikerin Franziska-Annabella von Storchenbein stößt in das gleiche Horn: "Ganz bewusst lässt die Regierung gerade die Ärmsten der Armen in Stich und verteilt weiter von unten nach oben. Es gibt Arbeitnehmer, die können sich von ihren Löhnen einen besseren Flachbildfernseher als Hartz-IV-Empfänger leisten! Diese skandalöse Ungerechtigkeit muss aufhören!"

 

Skeptisch äußerte sich der umstrittene Senator von Berlin, Dillo-Sarah Zinn: "Man kann auch von einem Euro am Tag sehr gut leben! Meine Goldfischfamilie beweist dies Tag für Tag."


Und provokant in Richtung seiner grünen Kollegin ätzte er: "Offenbar langst das Geld bei den Grünen nicht mehr fürs Kraut, weshalb sie auf Sauerkraut umgestiegen sind. Anders kann ich mir diesen wirren Unsinn von wegen Ungerechtigkeit nicht erklären! Gerade wir von der Gerechtigkeitspartei setzen uns für die Belange der kleinen Bürger ein. Und jetzt treten Sie bitte zur Seite, meine Dienstkutsche wartet auf mich."

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14. August 2009 5 14 /08 /August /2009 16:10

Nachdem Deutschland erst kürzlich vorexerzierte, wie man sich bei Geiselnahmen zu See korrekt verhält, müssen wir uns nunmehr leider mit einem negativen Beispiel befassen, das hoffentlich nicht Schule schafft.
Nachdem sie rund 4 Monate lang von somalischen Piraten gefangengehalten wurden, überwältigten ägyptische Fischer ihre Geiselnehmer und töteten mindestens zwei von ihnen.

Bei dem Kampf vor der Küstenstadt Las Qorey seien mindestens zwei Geiselnehmer getötet worden, sagte der Mann, der seinen Namen mit Miraa angab. Über das Schicksal neun weiterer sei ihm nichts bekannt.

Wo bleiben die Lichterketten? Wo, die in die Kameras betroffen dreinblickenden GrünInnen? Warum gibt es noch kein Embargo gegen Ägypten? Wieso hat die UNO noch keine Krisensitzung einberufen? Und was ist mit Amnesty International, das für gewöhnlich Alarm schlägt, wenn sich in westlichen Gefängnissen Mörder über lauwarme Suppen beschweren?

Diesem abgrundtiefen, menschenverachtenden Zynismus möchte ich deshalb demonstrativ eine Absage erteilen. Wir müssen notleidenden Menschen wie somalischen Piraten helfen, denn ganz offensichtlich hatten sie schwierige Kindheiten und wurden zudem Opfer des grauenhaften Kapitalismus.

Deshalb nachfolgend ein paar ganz einfache Verhaltensregeln im Umgang mit Piraten:

1. Keine Gegenwehr leisten! Zwingen Sie bitte keinen unschuldigen Piraten, Ihnen Gewalt antun zu müssen - dies könnte sich bei einem etwaigen Asylantrag des Kapitalismus-Opfers als nachteilig erweisen.

2. Streichen Sie heraus, dass Sie aus einem reichen Land wie Deutschland stammen, dessen Regierung absolut jeden Lösegeld-Preis bezahlen wird. Bedenken Sie: Jeder zusätzliche Euro stellt Entwicklungshilfe dar und kommt hungernden afrikanischen Kindern zugute! Denn bekannterweise fließen Lösegelder augenblicklich in humanitäre Projekte.

3. Machen Sie unmissverständlich klar, dass Sie sich als weißer Europäer Ihrer historischen Schuld bewusst sind und alles Verständnis der Welt dafür haben, wenn Sie eventuell ein bisschen gefoltert werden sollten. Was ist das schon verglichen mit dem, was Sie jahrhundertelang den Afrikanern angetan haben?

Vielleicht grämt sich nun der eine oder andere Leser über den Mangel somalischer Piraten in Mitteleuropa. Seien Sie unbesorgt: In hiesigen Breiten muss man sich nicht einmal auf die Hohe See begeben, um seine Menschenfreundlichkeit und Entwicklungshilfe zu demonstrieren! Manche Kapitalismus-Opfer statten inzwischen sogar Hausbesuche ab.
Etwa in Oberösterreich, wo ein Pfarrer seiner christlichen Pflicht zur Nächstenliebe in ehrerbietender Weise nachkam:

Er wolle lediglich duschen und übernachten, richtete der Mann dem Pfarrer aus. Da er kein Deutsch sprach, unterhielten sich die beiden in englischer Sprache.

Nachdem der Mann geduscht hatte, bat er den Pfarrer um frische Kleidung. [...]

Plötzlich attackierte der Unbekannte den Pfarrer [...] Der Pfarrer wehrte sich heftig, zog aber schließlich seine Brieftasche aus der Hosentasche. Der Täter entriss sie ihm und steckte das Bargeld ein.

Natürlich könnte man kritisch anmerken, dass der Pfarrer sich wehrte, statt dem Hilfsbedürftigen den einen oder anderen Tipp zu geben, bei welchem Nachbarn sich ein Hausbesuch ebenfalls lohnen würde. Aber wir wollen beide Augen zudrücken und hoffen, dass sich viele Leser daran ein Beispiel nehmen!
Falls einmal ein verwahrloser Mann vor Ihrer Tür stehen sollte, bieten Sie ihm bitte augenblicklich eine warme Dusche und Ihr Bett an! Um dem Armen die Arbeit zu erleichtern, sollten Sie Ihr Bargeld auf dem Nachtkästchen ausbreiten. Besondere Freude können Sie ihm machen, wenn Sie ihm Ihre Frau als Einschlafhilfe anbieten.

Ich denke, soziale Wärme kann von uns allen verbreitet werden, wenn wir von unserem perversen Besitzstreben- und denken endlich abrücken und Solidarität zeigen.
Denn: Der heutige somalische Pirat oder afghanische Taliban-Kämpfer könnte schon morgen unser Nachbar sein, der uns freundlicherweise gestattet, ihm Sozialilfe zu bezahlen.

 

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7. März 2009 6 07 /03 /März /2009 16:28

Jeder von uns kennt diese Situation: Man sitzt gemütlich in einem Lokal und plaudert mit Freunden. Plötzlich betritt eine unglaublich dicke Frau – so sie überhaupt durch die Tür passt – die Gaststätte. Sämtliche Augenpaare richten sich auf die Frau, sämtliche Anwesende verzweifeln bei dem Versuch so zu tun, als würden sie die Hereinrollende nicht anstarren.

 

Und nun die große Preisfrage: Was sagen eure Kumpels bei diesen Anblick?

a) Na, leck mich doch! So eine scharfe Braut hab’ ich schon lange nicht mehr gesehen! Ob ich wohl Chancen bei ihr habe?

b) Also meinetwegen könnte die Welt jetzt ruhig untergehen. Bitte!

 

Es tut mir ehrlich leid, liebe fette Frauen, pardon: gewichtsmäßig herausgeforderte Mitmenschinnen! Aber niemand findet euch sexy, auch wenn ihr euch ständig in die eigene Tasche lügt, von wegen ihr wärt so wahnsinnig erotisch, und die Männer würden ja nicht auf hässliche Hungerhaken wie Claudia Schiffer stehen.

Tun sie doch! Guckt ihr nie fern? Lest ihr keine Magazine? Es ist kein einziger Fall eines Prominenten bekannt, der sich eine Walfisch-Frau angelacht hätte. Seltsamer Zufall, nicht?

 

Es gibt sogar gute Gründe für dieses Verhalten: Männer sind gerne mit Partnerinnen zusammen, die sie anziehend finden. Und kommt mir bitte nicht mit den „inneren Werten“! Ein vierzig Jahre alter, verrosteter VW-Käfer mag supertolle innere Werte haben – trotzdem fahren Männer lieber einen nagelneuen Porsche.

 

Wie meinen? Es gäbe Kulturen, in denen dicke Frauen als erotisch gelten? Schon wahr. Es gibt auch Kulturen, die Menschen öffentlich steinigen lassen oder Kinder mit rostigen Rasierklingen beschneiden. Denkt mal darüber nach.

 

In diesem Zusammenhang möchte ich nie, nie, NIE wieder folgende Ausreden für Fettleibigkeit hören:

„Ich habe halt schwere Knochen!“

Wenn schon, dann wohl BREITE Knochen, oder?

 

„Ich fühle mich wohl, so wie ich bin“

Ja, klar. Wer liebt es nicht, auf der Straße angestarrt zu werden, weil er alle drei Schritte eine Verschnaufpause einlegen muss?

 

„Habe ich von meiner Mutti geerbt“

Sicher doch! Die bösen Gene! Buh!

 

„Mein Mann liebt mich so, wie ich bin!“

Schon jemals mit deinem Mann gesprochen, was er darüber denkt?

 

„Das ist mir von meiner Schwangerschaft geblieben“

Äh … haben die Ärzte ein paar Babys in deinem Körper übersehen, oder was?

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6. März 2009 5 06 /03 /März /2009 18:29

Sie haben genug vom westlichen Alltagsstress und wollen Ihren Urlaub in einer Umgebung verbringen, wo ihnen nicht fette Amerikaner über die Füße latschen oder Sie von besoffenen deutschen oder skandinavischen Touristen vollgereihert werden?

 

Dann suchen Sie das ganz Besondere und Außergewöhnliche – Attribute, die auf Nordkorea zutreffen, wie auf kaum ein anderes Land dieser und etwaiger Parallelwelten! Da es nicht einfach ist ein Visum zu erhalten, und Amerikaner ohnehin nicht einreisen dürfen, bietet Nordkorea ein unvergleichliches Flair der Auserwähltheit für jeden, der es über die Grenze schafft. Sie werden von staatlichen Reiseführern empfangen, deren Fürsorge so weit geht, Ihnen keinen Schritt von der Seite zu weichen. Lästige Kontakte zur Bevölkerung müssen Sie kaum erdulden, da die jeweiligen Reiserouten penibel genau bestimmt werden.

 

Lassen Sie Ihre Seele baumeln und erfreuen Sie sich daran, komplett vom verwirrenden Informationsfluss westlicher Staaten abgeschnitten zu sein. Ob Ihr Handy eingeschaltet ist oder nicht spielt keine Rolle, da in Nordkorea kein Mobilfunknetz existiert. Sparen Sie dank der fast vollständigen Absenz des Internet kostbare Zeit, die Sie ansonsten mit dem Lesen von Mails oder Blogs verschwenden.

 

Architektonisch bietet das Land zahlreiche herrliche Statuen des sich selbst demokratisch ernannten Volksoberhaupts sowie Plattenbauten, die ehemalige DDR-Bürger nostalgisch stimmen werden.

 

Hauptnahrungsmittel sind Reis und im Bedarfsfall Tapetenkleister, der entweder direkt von den Wänden geleckt oder zu nahrhaften Suppen verkocht wird.

 

Mit etwas Glück können Sie einer der zahlreichen öffentlichen Exekutionen beiwohnen, die in etwa mit dem Oktoberfest – abzüglich Bier, Grillhenderl, Musik und Redefreiheit – zu vergleichen sind.

 

Lassen Sie sich vom tristen, stalinistischen Charme dieses vom Massentourismus noch unerschlossenen, gastfreundlichen Land anstecken!

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28. Februar 2009 6 28 /02 /Februar /2009 15:21

Seit Jahrhunderten herbeigesehnt, hat auch 2008 der Weltuntergang nicht stattgefunden. Trotz Klimakatastrophe, Vogelgrippe oder Weltwirtschaftskrise, weigert sich der Planet Erde immer noch standhaft, endlich unterzugehen. Dabei mangelte es der Menschheit bislang nicht an durchaus plausiblen Szenarien.

 

Bereits vor über tausend Jahren verkündete Papst Sylvester II, zu Silvester – Nomen est Omen! -, also in der Nacht vom 31. Dezember 999 zum 1. Jänner 1000 würde die Welt untergehen. Ob eine Verwandtschaft zu Sylvester Stallone besteht, ist umstritten. Nicht umstritten ist, dass die Welt nicht unterging. Der Papst erklärte dies mit seinen Gebeten, die erhört worden wären. Der Mann hatte definitiv einen guten Draht zu seinem Boss!

 

Ein Priester namens Savonarola verkündete, der Herr würde die Welt im Jahre 1500 vernichten. Pech für Savonarola: Anscheinend benutzt der liebe Gott einen anderen Kalender als er selbst …

 

Auch Martin Luther, der für das Antackern propagandistischer Flugzettel auf Türen berühmt wurde, ließ sich nicht lumpen und verkündete den Weltuntergang gleich mehrere Male. Schlussendlich zog er sich jedoch aus dem unsicheren Apokalypsegeschäft zurück.

 

Taze Russell, Gründer der Zeugen Jehovas sowie nervtötender, ungebetener Hausbesuche, datierte den Weltuntergang auf das Jahr 1874. Auch er konnte die Erde aber nicht dazu bewegen, endlich unterzugehen.

 

Russels Geschäftskollege Joseph Smith, Gründer der Mormonen, irrte mit seiner Vorhersage in Form von 1891. Immerhin lag er auf jeden Fall 17 Jahre weniger daneben als sein Konkurrent.

 

Nicht erfolgreicher waren Sektenmitglieder, die im Jahre 1960 vor dem Montblanc auf das Weltende warteten. Persönlich würde ich den Weltuntergang nicht unbedingt an einem dermaßen ungemütlichen Ort, sondern eher auf Hawaii erwarten, aber …

 

Unzählige Untergangsszenarien wurden für den 1. Jänner 2000 prophezeit. An der Spitze der Apokalyptiker: Die Schweizerin Uriella, Anführerin von „Fiat Lux“, dem ersten Auto, das nach Seife duftet. Obwohl sie das Sprachrohr von Jesus und Maria sein soll, irrte sie sich. Wobei man sich fragt: Haben Jesus und Maria unter Milliarden Menschen wirklich kein besseres Sprachrohr gefunden?

 

Auch die Star-Astrologin (merkwürdige Wortkonstruktion, wenn man genauer darüber nachdenkt) Elisabeth Tessier wollte den Weltuntergang nicht gänzlich ausschließen und behielt wie immer recht.

 

Für das Jahr 2012 sieht Bestsellerautor Michael Drosnin („Der Bibelcode“) den Weltuntergang voraus. Dann wird ein Komet die Erde treffen und alles Leben vernichten. Entweder das, oder „Modern Talking“ gehen wieder auf Tour, was zum selben Ergebnis führen sollte.

 

Ebenfalls für das Jahr 2012 sahen die Maya das Ende der Welt vorher. Ihr eigenes Ende haben die Maya-Priester wohl übersehen …

 

 

Schlussfolgerung: Wem kann man überhaupt noch trauen? Ich möchte doch nur wissen, wann die Welt untergeht! Eine gewisse Zuverlässigkeit ist doch wohl nicht zuviel verlangt, oder? Ich möchte mich durchaus darauf verlassen können, dass die Welt auch tatsächlich vor die Hunde geht, wenn es prophezeit wird!

Sicherheit dürfte wohl nur eine EU-Richtlinie geben. Exakt darauf setze ich alle meine Hoffnungen: „EU beschließt Weltuntergang für 2012 – Landwirte befürchten Subventionsverluste“.

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14. Februar 2009 6 14 /02 /Februar /2009 13:01

Wetterberichten per se liegt ohnehin eine gewisse Sinnlosigkeit inne: Um zu wissen, ob es in der unmittelbaren Umgebung regnet, muss man wenig mehr als einen Blick nach draußen wagen. Dieses System der Wettererkennung – „aha, es regnet und ist kühl, da zieh ich mir besser was über und nehme den Regenschirm mit“ -   hat sich zwar über Jahrhunderte hinweg bewährt, gilt jedoch mittlerweile als überholt.

 

Keine Nachrichtensendung, die etwas auf sich hält, entlässt den von den ständig gleichen Kriegsbildern, Ölpreiserhöhungen und inhaltsleeren Politikerreden gelangweilten Zuschauer ohne einen fünfminütigen Wetterbericht. Dieser kleckert zumeist auch nicht, sondern schafft Fakten: In Schweden ist es meist schweinekalt, in Afrika warm, in London regnet es und wer in Ostrussland seine Ferien verbringen möchte, ist mit Badehose und Taucherausrüstung traditionell schlecht beraten. Wieso es unsere Ahnen vor 70 Jahren ausgerechnet in diesen Teil der Welt zog, statt, sagen wir, nach Hawaii, wird wohl ewig ein Rätsel bleiben. Hawaii wäre vermutlich auch einfacher zu erobern gewesen. Eine Million Handtücher mitgenommen, und die Strände wären besetzt gewesen, ohne einen einzigen Schuss abzufeuern.

 

Doch seit wenigen Jahren nerven uns die Wetterdienste mit der so genannten „gefühlten“ Temperatur. Wer bestimmt diese gefühlte Temperatur eigentlich? Wird da ein Praktikant im Winter nackt nach draußen geschickt: „Fühl mal die Temperatur“?

Zwangsläufig stellt sich die Frage: Was kommt wohl als Nächstes?

„Die SPD erhielt 30 Prozent der Stimmen, gefühlt 32 Prozent“?

 

Vielleicht liegt es einfach an der uns restlos überfordernden Technologisierung, die uns zu wenig Raum für Gefühle lässt. Ja, ein Thermometer ist unbestechlich, aber eben deshalb gebricht es ihm an Menschlichkeit. Menschlich ist, wenn der eine friert, während der andere auch noch das T-Shirt auszieht. Da tröstet es den Frierenden nicht, wenn das Thermometer Plusgrade anzeigt.

 

Man sollte sich jedoch davor hüten, Gefühle vom kulturellen oder gesellschaftlichen Kontext trennen zu wollen. Seit Jahren wird uns eingebläut, unsere Gesellschaft sei „kalt“. Egal, wie viele Sozialprojekte mit immer höheren Abgaben in ihre sinnentleerten Existenzen gerufen werden: Es sind immer zu wenige, um der Gesellschaft endlich die gefühlte „Wärme“ zu verleihen, die ständig eingefordert wird.

Eben jene Wärme haftet indes vielen muslimischen Menschen an, wenn deren gefühlte Toleranzgrenze mal wieder überschritten wurde. Was übrigens ständig der Fall ist. Für den aufrechten moslemischen Extremisten gilt bereits eine Frau, die ohne Kopftuch und männliche Begleitung einkaufen geht, als Beleidigung. Da wird nicht lange gefackelt: Im Handumdrehen brennt mal diese, mal jene Flagge.

So haben sich die Zeiten geändert: Früher wurden BHs verbrannt, heute Flaggen! Welcher Variante man den Vorzug gibt, ist natürlich Geschmackssache. Gerade unter jungen Männern scheint sich aber die BH-Variante durchzusetzen. Schließlich sind die meistens gefühlt geil …

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15. November 2008 6 15 /11 /November /2008 17:18

Kommt euch diese Situation bekannt vor? Die Rollennamen wurden der Dramatisierung wegen leicht geändert, dito der Ort des Geschehens.

Rrrring!
„Guten Tag! Ich komme von den Gaswerken und möchte den Zählerstand ablesen.“
“Zählerstand?“

“Äh, ja. Sie haben doch eine Gasheizung und wir müssen halbjährlich den Zählerstand ablesen.“

“Puh! Da bin ich jetzt überfragt. Ich bin dafür nämlich nicht zuständig.“

“Aber ich möchte doch nur den Zählerstand ablesen! Das ist ein kleines Gerät mit –“

„Da muss ich meinen Bruder fragen. Vielleicht weiß der Bescheid. Moment.“


Eine halbe Stunde später.

“Tut mir Leid. Der kommt erst nächste Woche wieder.“
Tür wird ins Schloss geworfen.

Hm? Ja? Richtig – das kennen wir alle aus den großen Elektro- oder Baumärkten, die so schön bunte Werbung für ihre Produkte machen und mit der tollen Qualität ihrer Fernseher, Bohrmaschinen, Teppichen oder Computern angeben. Leider fehlt auf den Prospekten ein Satz, der in Blockbuchstaben und Fettschrift zu jedem beworbenen Artikel dazu geschrieben sein sollte: „Mit Betreten unserer Filiale erklären Sie sich damit einverstanden, unsere bestens geschulten Verkäufer nicht mit Ihren saudämlichen Fragen zu belästigen!“

Natürlich gibt es auch bemühte Verkäufer, die ihre Fachqualifikation unter Beweis stellen, indem sie den Produktzettel vorlesen. Wow – ein „Saturn“-Verkäufer der lesen kann! Der hat studiert. Mindestens.

Ernsthaft: Was soll das, ihr Großmärkte? Zwanzig Verkäufer wuseln herum, aber nur ein einziger ist kompetent genug, mir den Unterschied zwischen Produkt A und B zu erklären und der ist leider auf Mittag / im Kongo verschollen / ist in der Toilette unauffindbar?
Nein, ich habe kein Verständnis dafür, dass ihr eure Verkäufer mies bezahlt und Leute, die Computer bislang nur aus Science-Fiction-Filmen kannten, in die Computer-Abteilung steckt, wo sie ganz bestimmt große Hilfen beim Ablesen der Produktdaten sind.

Aber vielleicht ist in euren Konzernen ja auch der Zuständige für vernünftige Unternehmenskultur und Management ständig auf Urlaub…

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6. September 2008 6 06 /09 /September /2008 17:11

Es gibt Erfindungen, ohne die das Leben gar nicht mehr vorstellbar wäre, weil sie unser Dasein enorm bereichern. Was haben die Leute eigentlich vor der Erfindung des Fernsehers den ganzen Tag lang zu Hause gemacht? Mussten die mit ihren Ehepartnern reden? Oder gar mit ihren Kindern spielen?

 

Und wie überlebten Bauern die harten Wintermonate, zu Hause eingesperrt mit einer verhärmten Ehefrau, die zum zehnten Mal schwanger war, neun plärrenden Balgen, den eigenen Eltern, deren Eltern, den Hunden der Geschwister, den Eltern der Hunde, und so weiter? Ohne Fernseher? Ohne Radio? Ohne Drogen? Bei der bloßen Vorstellung an solche entsetzlichen Zustände wird mir ganz anders und ich muss die Rasierklingen vorsichtshalber verstecken. Habe ich wenigstens etwas, auf das ich mich zu Ostern freuen kann.

 

Ja, und dann gab es einmal eine Welt ohne Klingeltöne. Klingeltöne, das sind die Königsdisziplin der freien Marktwirtschaft: Nutzlos, sauteuer und nerven wie nur was. Ist es tatsächlich nur wenige Jahre her, dass uns statt Klingeltönen Ghettoblaster auf den Senkel gingen?

Eine Welt ohne Klingeltöne … unvorstellbar! Auf MTV würden langweilige Musikvideos, statt peppiger Klingelton-Werbungen laufen, dieser dauergeile Frosch, den selbst der überzeugteste Umweltschützer jederzeit plattfahren würde, hätte nicht die Charts gestürmt und Jugendliche würden Mozart nicht kennen. „Mozart … is’ das nicht der Typ, der den endgeilen Klingelton auf’m Uwe sei’m Handy gemacht hat, ey?“

 

Und wer kennt nicht diese gespannte Ruhe im Kinosaal, wenn der Film nach der kurzen, einstündigen Werbepause beginnt und man darauf wartet, wann endlich das erste Handy klingelt und ein gelangweilter Teenie den stets gleichen Satz brüllt, um die Explosionen auf der Leinwand zu übertönen: „Ich bin im Kino!“

Vor ein paar Wochen erhielt ich in meinem Stamm-Kino Hausverbot, weil ich während des Films begonnen hatte die Besucher zu fragen, wann ihr beschissenes Handy denn endlich klingle, damit ich mir in Ruhe den verkackten Film anschauen könne.

 

Wenn es nach mir ginge, würde ich alle Klingeltöne bis auf zwei leider noch nicht existente verbieten. Der eine wäre Heintjes “Mamaaa!“. Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendjemand diesen ernsthaft auf sein Handy laden würde.

Der andere wären gerappte Mohammed-Satiren. Ich weiß nicht recht, wie ich das an dieser Stelle ausdrücken soll … ich vermute einfach einmal, auch hier würde sich das Problem von selber lösen …

 

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21. August 2008 4 21 /08 /August /2008 16:49

Vor ein paar Jahren begann die Kundenkarten-Schwemme, die leider immer noch nicht abgeflaut ist. Jedes Unternehmen, das mindestens zwei Mitarbeiter beschäftigte, fühlte sich bemüßigt, seiner Kundschaft mit der Brechstange sinnlose „Kundenkarten“ aufzuschwatzen, die sie zu „exklusiven“ Mitgliedern machte, die besondere Vorteile genießen sollten.
Logisch: Nachdem irgendein Mitbewerber angefangen hatte, sich von Marketingexperten diesen Müll andrehen zu lassen, mussten die anderen nachziehen.
Seither stapeln sich an Kassen bunte Folder und gelangweilte Verkäufer sagen stets den gleichen Satz: „Haben Sie eine Kundenkarte?“
Manchmal folgt diesem Satz auch ein: „Sammeln Sie Bonuspunkte?“

Zugegeben: Das Konzept ist reizvoll. Kunden geben ihre Daten bekannt, erhalten irgendein beschissenes Plastikgeschenk im Wert von 2 Cent, und wenn sie fleißig Bonuspunkte sammeln, dürfen sie völlig überteuerten Kram kaufen.

Und jetzt die große Preisfrage: Zücken alle Leute ganz nervös an den Kassen ihre Kundenkarten? Oder feilschen um den einen oder anderen Bonuspunkt, damit sie endlich die nötigen 10.000 Punkte gesammelt haben, für die sie eine kotzgrüne Kaffeetaste um zwei Euro billiger bekommen?
Überraschende Antwort: Nein, tun sie nicht.
Wenn unsere wirtschaftstreibenden Freunde nämlich nur einen Moment lang diesen Marketing-Quatsch überdacht und aus dem Blickwinkel eines Kunden betrachtet hätten, wäre ihnen vielleicht aufgefallen, weshalb.
Vielleicht deshalb, weil wir undankbaren Kunden täglich genug Werbeprospekte oder Werbe-SMS erhalten? Es könnte natürlich auch daran liegen, dass die durchschnittliche Geldbörse keine zweihundert Magnetkarten aufnehmen kann.
Und wie wäre es damit: Wenn ihr, liebe Wirtschaftstreibende, uns Kunden echte Vorteile gewähren würdet, wären wir vielleicht etwas begeisterter bei der Sache, etwa, indem ich einen großzügigen Rabatt erhielte?

Ich besitze übrigens die Kundenkarte einer großen österreichischen Einzelhandelskette. Diese lockte mit bis zu fünf Prozent Rabatt. Keine schlechte Sache, bis ich zu Hause den Werbefolder las.
Diese fünf Prozent Rabatt erhält man, wenn man innerhalb eines Jahres Einkäufe in einer bestimmten Höhe tätigt.
Welche Höhe? 50 Euro? 100 Euro?
Nö – lediglich 2.500 Euro. Eine lächerliche Summe, oder? Man kauft ja am Wochenende gerne mal zwei Dutzend Bücher, fünf CDs und drei DVD-Boxen. Da kommt man locker auf die erforderliche Summe.

Ach ja: Die „Kundenkarte“ liegt unbenutzt in einem Kasten. Man möge sie als Erinnerung mit in mein Grab legen: „Er war kein großer Mann, hinterlässt nichts von Wert und hatte eine schreckliche Frisur. Aber er hatte immerhin eine Kundenkarte.“

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15. August 2008 5 15 /08 /August /2008 15:08

Tausende Jahre lang wussten unsere Vorfahren, wie sie ihre Nahrung zubereiten und verspeisen sollten. Vermutlich mangelte es gelegentlich an modernen Tischmanieren und die zubereiteten Speisen mögen des Öfteren wie Schlamm ausgesehen und auch tatsächlich aus Schlamm bestanden haben. Aber im Großen und Ganzen funktionierte die Zubereitung und Nahrungsaufnahme sehr gut.

Mit dem Einzug elektronischer Kochhilfen wie Elektro- und Mikrowellenherde änderte sich dies jedoch drastisch: Irgendwo auf dem Sprung vom zwanzigsten ins einundzwanzigste Jahrhundert schien der Y2K-Crash beim westeuropäischen Durchschnittsmenschen Gehirnregionen lahmgelegt zu haben, die für die Zu- und Aufbereitung von Nahrung zuständig sind.

Glücklicherweise nahm die Nahrungsmittelindustrie auf diesen schrecklichen Verlust Rücksicht und versieht mittlerweile so gut wie alle Fertiggerichte mit „Serviervorschlägen“.
Seither wissen wir, dass Suppe auf den Teller gehört und mit Löffeln gegessen wird. Zuvor hatte es jährlich alleine in Deutschland tausende Haushaltsunfälle gegeben, da viele kochunfähige Singles ihre Suppe mit Steakmessern zu essen versuchten.

Und wer kann sich nicht an jenes merkwürdige Gefühl in der Magengrube erinnern, wenn man bei einem befreundeten Paar eingeladen war und die Pizza auf der Katzentoilette serviert wurde? Dank hilfreicher Serviervorschläge wissen wir: Pizza gehört auf den Teller (in China mitunter die Katze auf die Pizza, was jedoch zu weit führen würde).

Einen persönlichen Wunsch hätte ich dennoch an die Nahrungsmittelindustrie: Wäre es wohl möglich, die Konsistenz bestimmter Dosengerichte dahingehend zu verändern, dass diese nicht mehr wie ausgekotztes Hundefutter aussehen?

Wie? Ach, das ist … ?

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